Ausstellungsarchiv 2025

21. Mai bis 20. Juli 2025

Das Material Ton künstlerisch zu formen ist eine kulturelle Tätigkeit. Sie ist eng mit der Entwicklung der Menschheit verbunden und älter als die Schrift. Ein Blick in umliegende Kulturen beweist, dass ihre Bedeutung anderswo ungleich höher ist als hierzulande.
Wenn es dem Keramikverein ELSA-Viktring durch viele kleine und größere Aktionen gelungen sein sollte, etwas Interesse für die Keramik zu wecken, dann ist das ein ganz kleiner Schritt zur Einbettung dieser schöpferischen Tätigkeit in unsere Kultur.
Der Verein „Keramikgruppe ELSA-Viktring“ konstituierte sich im Jahr 2000 und hat das Ziel, keramisches Gestalten in allen Bereichen zu fördern. Wir bezwecken die Pflege und Vermittlung des keramischen Kulturgutes durch die Vervollkommnung in der Objekt- und Gebrauchskeramik unter besonderer Berücksichtigung der keramischen Tendenzen der Gegenwart.
Die präsentierten Arbeiten in dieser Ausstellung zeigen sehr unterschiedliche, weil persönliche Standpunkte. Leidenschaft und der Wille zur Gestaltung sind hingegen allen Arbeiten gemeinsam und ablesbar. Der Verein mit 31 Mitgliedern ist im Süden Österreichs seit vielen Jahren der stärkste Motor in der Szene.
Vielleicht beschreibt sich die Arbeit im Verein nach dem schönen afrikanischen Spruch: Wenn du schnell gehen willst, gehe alleine. Wenn du aber weit gehen willst, gehe mit anderen zusammen. Horst Kothgasser

7. August bis 14. September 2025

Zum 80. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima zeigte die Stadtgalerie Klagenfurt die Sonderausstellung „Yes, we made it!”von Manfred Bockelmann. Die Arbeit an der Atombombe beginnt im August 1942 mit dem „Manhattan-Projekt“ in Los Alamos, New Mexico unter der Leitung des Physikers Robert J. Oppenheimer. 1945 hängen die Wissenschaftler ihre Labormäntel zum letzten Mal in die Garderobe. Dieser Anblick im Bradbury Museum in Los Alamos, eine scheinbare Banalität gegenüber dem folgenschweren Ergebnis ihrer Arbeit, inspirierte Manfred Bockelmann zu diesem Projekt.

„Yes, we made it!“ ist der überlieferte Ausruf eines der geschockten Physiker, unmittelbar nach der gelungenen Test-Zündung am 16. Juli 1945. Die erste Atombombe, „Little Boy“, detoniert am 6. August um 8:15 Uhr in Hiroshima, die zweite, „Fat Man“, in Nagasaki am 9. August um 12:01 Uhr.

1. Oktober bis 23. November 2025

Ein ungezähmtes Pferd ist, wie fliegende Schweine und sprechende Bäume, eine Chimäre, eine Metapher, etwas Unvorstellbares. Aber welche Möglichkeiten können wir uns innerhalb dieser Grenzen in Bezug auf unsere Beziehung zu anderen Lebewesen vorstellen? Warum sollten wir uns, nur weil wir Intellekt mit Überlegenheit gleichsetzen, aus der „Familie der Dinge” ausschließen, wie es die Dichterin Mary Oliver nennt? Warum sollten wir uns der Freundlichkeit enthalten? 
Anhand von analogen Fotografien und alternativen Verfahren – wie Anthotypen, Lumenprints und Fototransfer – untersucht die Ausstellung die Beziehung zwischen Mensch und Natur. Bilder von Pflanzen, Tieren und Menschen werden nebeneinander gezeigt und interagierend dargestellt, um zu zeigen, dass es keine Trennung zwischen ihnen gibt, sondern eine Kontinuität, in der alles, was existiert, nur koexistieren kann. 
Ein in einen Baum geschnitztes Herz, Blumen, die unter dem Pflasterstein wachsen, eine Freundin, die am Fuß des Berges sitzt, Kühe und Tauben, die in die Kamera blicken, und die Gewissheit, dass es, solange wir dafür offen sind, immer etwas im Wald zu lieben geben wird.

3. Dezember 2025 bis 1. Februar 2026

Geister waren nicht immer die schwebenden, transluzenten Erscheinungen, die heute fest in unserer Vorstellung des Übernatürlichen verankert sind. Zwar berichten Menschen immer wieder, derart beschaffene Gestalten zu sehen, doch gibt es in Berichten vor dem 19. Jahrhundert keine Belege dafür, dass man sie sich so vorgestellt hat. Sie konnten zwar wie aus dem Nichts erscheinen, besaßen aber feste Körper. Erst Vorläufer des Kinos im viktorianischen England, in denen gruselige Figuren vor einem Publikum mithilfe von technischen Apparaturen auf Leinwände projiziert wurden, gaben ihnen ihre heutige Erscheinungsform. Eine technische Beschränkung verwandelte sie in die weiß schimmernden Wesen, die uns heute wie ein zeitloses Bild ihrer selbst vorkommen. Angst, das Übernatürliche, verstorbene Seelen. Vorstellungswelten, die sich dem klaren Denken des Tages entziehen, verweisen auf den Schatten einer Lampe, eingebaut in einem zufälligen, aus der Zeit gefallenen Unterhaltungsmedium. Die Menschen, die es entwickelt und betrachtet haben, sind nicht mehr da. 

In „Playing Dead“ präsentiert Paul Spendier eine neue, raumgreifende Installation. Sie besteht aus Skulpturen und Videos, die er während seiner Zeit im Auslandsatelier der Landeshauptstadt Klagenfurt in Paris und im darauffolgenden Jahr entwickelt hat.