ZORAN MUŠIČ | Faszination der Malerei

24. Jänner bis 03. Mai 2020

Kuratiert von Siegbert Metelko. Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit Galerie Magnet.
 

Diese größte jemals gezeigte Mušič-Ausstellung mit musealem Anspruch präsentierte rund 180 Werke des internationalen Künstlers aus 21 italienischen, französischen, deutschen, slowenischen und österreichischen Privatsammlungen, von den 1940er Jahren bis hin zu seinem Spätwerk. Die Schau umfasste alle Themenbereiche: Landschaftsdarstellungen Dalmatiens, der Toskana und Umbriens, Porträts und Genreszenen von Bauern und Fischern, Stadtbilder aus Paris und Venedig sowie Gemälde aus seiner berühmten Cavallini-Serie. Diese Pferdedarstellungen wurden zu einem Symbol für Freiheit und Menschlichkeit. Ebenfalls Teil der Ausstellung: seine berührenden wie gleichermaßen schockierenden Arbeiten der Serie „Wir sind nicht die Letzten” aus den 1970er Jahren – Zeugnis des unauslöschlichen Traumas seiner Erlebnisse im Konzentrationslager Dachau.


Landschaften

Mit seiner Serie der Landschaften ging Mušič an die Grenze der Gegenstandslosigkeit. Die Werke zeigen Formen,
Farben, Flecken, die nichts Konkretes repräsentieren. Jedoch halten die Bildtitel Referenzen an reale Landschaften offen. Der Druck der allgemein geltenden Konventionen, die nicht seiner inneren Überzeugung entsprachen, lastete schwer auf dem Künstler.

(Angelika Katzlberger, Auszug aus „Für und gegen Abstraktion“ | ZORAN MUŠIČ Poesie der Stille, Ausstellungskatalog Leopold Museum, 2018)

 

Pferde

Die Pferdchen sind sehr lebendige Kreaturen, die sich wie Beschwörungen, Bilderfetzen oder nicht hinreichend gelebte Träume in einer ewigen Gegenwart, einer Welt der Visionen, bewegen. Sie sind wie Musik im Reinzustand, Modulationen von Klängen in schrille Figuren verwandelt, die wie hohe, silbrige Töne klingen. Mal bilden sie beständige, mal veränderliche Bildelemente von Landschaften, die sich wie musikalische Partituren präsentieren, längs regelrechter Notenlinien als klopfende Farbtupfer organisiert.

(Marilena Pasquali, Auszug aus „Pferdchen, Umbrien, Toskana“ | ZORAN MUŠIČ Poesie der Stille, Ausstellungskatalog Leopold Museum, 2018)

 

Die Sammlung Lia und Maurizio Zanei

„Wir haben uns mit Zoran Mušič und seiner Arbeit zum ersten Mal 1977 bei einem Besuch des Centre Pompidou in
Paris, kurz nach seiner Eröffnung, auseinandergesetzt. Inmitten von Matisse, Picasso und Giacometti sahen wir ein außergewöhnliches Bild: ein erdiges, rotes Gemälde, das – als wir näherkamen – Leichen mit offenen Augen enthüllte.
Wir waren von seiner Schönheit, von seiner tragischen Schönheit vollkommen beeindruckt.“

Ein Jahr später kaufte das Triestiner Ehepaar ihr erstes Mušič-Werk: „Ein Pastell –  eine Dolomitenlandschaft, die uns immer noch fasziniert und wunderschön ist.“ Es folgte ein Gemälde der Pferde-Serie aus dem Jahre 1950. – Der Grundstein für die weltweit größte Mušič-Privatsammlung war gelegt. Die Sammlung umfasste ein Konvolut von rund 400 Gemälden und 500 Papierarbeiten.

In dieser Ausstellung stammten mehr als ein Drittel der insgesamt rund 230 Werke aus der Sammlung Lia und Maurizio Zanei.