GUNTER DAMISCH | Vom Wachsen und Werden

6. März bis 7. Juni 2015


Gunter Damisch (geb. 1958) hat wie kein anderer österreichischer Künstler aus der Generation der sogenannten "jungen Wilden" ein unverwechselbares künstlerisches Werk geschaffen: Ob in Malerei, Skulptur oder insbesondere in der Graphik mit ihren vielen technischen Möglichkeiten, seine spezielle Formensprache ist sofort erkennbar.  

Unter dem prägnanten Titel "vom Wachsen und Werden" vereinte die umfassende Retrospektive auf das Werk von Gunter Damisch Werke aus über drei Jahrzehnten. Von frühen, bisher kaum in der Öffentlichkeit präsentierten Gemälden bis zu den jüngsten Graphiken und Skulpturen reichte hier der Spannungsbogen der Exponate, der einmal mehr seine besondere künstlerische Konsequenz in Verbindung mit einer immensen Variationsbreite aufzeigte.

In allen verwendeten künstlerischen Techniken beschäftigte sich der Künstler auf intensivste Weise mit dem menschlichen Naturerleben und verband hier gleichsam den Blick durch das Fernrohr in kosmische Welten mit dem Blick durch das Mikroskop. Der Symbolbegriff des "Weltengarten" steht für diese besondere Nähe zu Naturerfahrungen im Großen wie auch im Kleinen.

Sein charakteristisches Formenrepertoire lässt sofort an kleinste Zellstrukturen denken, vermittelt jedoch in gleicher Weise Vorstellungsbilder von ganzen Weltenschöpfungen. Es verbindet sich hier ein aus der eigenen Kindheit bekannter Prozess des Sammelns und neu Zusammensetzens von Naturobjekten mit einer höchst kunstvollen Aufbausituation von ausgreifenden Raumgebilden. In seiner Malerei und Grafik gestaltet der Künstler komplexe Schichtungen, die immer wieder von neuem Einblicke und Ausblicke ermöglichen, Strukturflächen aufbauen und sich beständig zu anderen Schichtengebilden hin öffnen.


Einblicke in die Ausstellung, Fotos: J. Ramharter