JÖRG IMMENDORFF | Affentheater

21. Juni bis 6. Oktober 2013

 

Mit dieser Ausstellung ehrte die Stadtgalerie Klagenfurt einen der bekanntesten deutschen Künstler der Gegenwart. In rund 70 Werken konnten sich die BesucherInnen einem eindrucksvollen künstlerischen Lebenswerk annähern, zu dem – zu Lebzeiten des Künstlers – nahezu untrennbar seine medienwirksame Selbstinszenierung gehörte. Immer wieder taucht in seinen Werken als „Alter Ego“ der Affe auf, der deshalb auch namensgebend für die umfangreiche Präsentation wurde: „Affentheater“.

IMMENDORFF Portraitfoto

Immendorff machte in den späten 60er Jahren durch neodadaistische Aktionen Furore. Er malte – im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Malern, die sich nach 1945 der gegenstandslosen Kunst zuwandten – schon früh, Anfang der 70er Jahre, gegenständliche Bilder mit politisch-gesellschaftskritischen Inhalten. Schließlich wurde Immendorff zum Vertreter einer neuen Historienmalerei in Deutschland. Neben seinen Bildern schuf Immendorff auch expressive Plastiken.

Bekannt wurde Immendorff vor allem durch eine Serie von 16 großformatigen Bildern, die „Café Deutschland“ betitelt sind. Die figurenreichen Szenen spielen sich auf einem bühnenartigen Raum ab und wurden von Renato Guttusos „Caffè greco“ inspiriert. Als Vorbild für die Räume in den „Café Deutschland“-Bildern diente die Düsseldorfer Diskothek „Revolution“, deren fiktive politische und kulturelle Gäste den damaligen Ost-West-Konflikt symbolisieren.

1989 erhielt Immendorff eine Professur an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main, ab 1996 war er Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Am 28. Mai 2007 erlag Jörg Immendorff (geb. 1945) der amyotrophen Lateralsklerose (ALS), einer tödlichen Nervenkrankheit, an der er seit 1997 litt.

Alle Werke waren Leihgaben des Museums der Moderne Salzburg, Sammlung MAP. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Galerie Geuer & Breckner, Düsseldorf.