Text 4

Ich bin in den 80er Jahren, der Hochzeit der Popkultur, großgeworden und sozialisiert. Pop ist der Kult der perfekten Oberfläche und die Negation alles Brüchigen und Tiefgehendem. Ich habe für mich erkannt, dass mich das
unglücklich macht, weil es mich an eine Welt glauben lässt, die es nicht gibt.
Es ist wie ein Instrument des Kapitalismus, weil es glücksverheißend ist und Sehnsüchte weckt, die wir meinen, mit Konsum befriedigen zu können.
Deswegen ist die Droge das treffendste Sinnbild. Sie wird zum Selbstzweck.
Nicht mehr das Erleben ist das Ziel, sondern die Befriedigung der Sucht,
das Sehnen danach. Sehnsucht als Zustand. Davon erzähle ich in meinen Bildern.

 

Lars Eidinger