Romana Egartner | Niclas Anatol
Zwischen Fremdkörpern

Romana Egartner und Niclas Anatol präsentieren einen gemeinsamen Werkzyklus. Die Ausstellung "Zwischen Fremkörper" wird ab 6. April im Living Studio der Stadtgalerie gezeigt.

Romana Egartner (*1985 in Villach), vorjährige Preisträgerin des Atelierstipendiums Paris und Niclas Anatol (*1972 in Wien) starteten während ihres Aufenthalts in Paris einen gemeinsamen Werkzyklus. 

Ausgehend von Überlegungen zum Parasitären fanden sich die Künstler in einer von Ausnahmen geprägten abstrakten Situation wieder. Proteste, Ausschreitungen und die herannahende Pandemie nahmen unweigerlich Einfluss auf die künstlerische Auseinandersetzung. 

Das Fremde präsentierte sich ihnen in einer überwältigenden Abstraktion deren Unfassbarkeit sie versuchten Herr zu werden. Nach der abrupten Abreise mit dem letzen möglichen Flug aus Paris setzte sich dieser intensive Austausch über das Fremde und dessen Einfluss auf das Körperliche über das letzte Jahr hinweg fort. In unterschiedlichen Medien wird diese Aufarbeitung in der Ausstellung gezeigt.

 

Was ist ein Fremdkörper? Ist der Fremdkörper von außen kommend das Fremde schlechthin? Oder ist er etwas Eigenes, heimlich Vertrautes, das sich gegen den Körper oder gegen die Gesellschaft wendet, in dem oder der er lebt? 

Fremdkörper sind auf eine schwer zu fassende Weise weder fremd noch nicht-fremd, und genau darin liegt ihre große Wirksamkeit. Der Fremdkörper entzieht sich begrifflicher Zuordnung, und das macht auch die Beschäftigung mit ihm so interessant. Fremdkörper dringen in den Körper ein, bewegen sich in ihm, nisten sich ein. Ob natürlich oder künstlich, zerstören sie den Körper, erhalten aber auch seine Funktionen, transformieren ihn gar und erweitern seine Fähigkeiten. 

Nach Michel Foucault ist "nichts am Menschen - und auch nichts an seinem Leib - so unveränderlich, dass man die Andern/ das Andere dadurch begreifen und sich selbst in ihnen wieder erkennen könnte“. 

Je nach Perspektive der Deutung kann das Fremde zum Eigenen werden/mutieren und das Eigene zum Fremden.

AUSSTELLUNGSDAUER
6. April bis 16. Mai 2021