MANFRED BOCKELMANN | Zeichnen gegen das Vergessen

27. November 2013 bis 26. Jänner 2014


Die Sonderausstellung „Manfred Bockelmann | Zeichnen gegen das Vergessen“ zeigte großformatige Porträts, Kohlezeichnung auf Jute, von Kindern und Jugendlichen, die zu Opfern des Nazi-Terrors wurden. Der Künstler Manfred Bockelmann setzte damit „Zeichen gegen das Vergessen“. Es geht ihm, wie er es formulierte, darum, „zumindest einigen wenigen Namen und Nummern Gesichter zu geben, Menschen aus der Anonymität der Statistik herauszuheben“. Gerade in diesen Porträts der damals so genannten „Unreinen“ zeigt sich eine reine Menschlichkeit.

Als Vorlagen der Porträts dienten erkennungsdienstliche Fotografien der damaligen Behörden – Gestapo, SS, Ärzteschaft -, die nach der Deportation der Kinder und Jugendlichen in den Spitälern und Lagern gemacht wurden. Sie tragen den berüchtigten breit gestreiften Häftlingsanzug, ihre Köpfe sind kahlgeschoren.

Dagegen wurden andere, vornehmlich Roma und Sinti, in den Sammellagern dazu aufgefordert, sich bei den Behörden zum Fototermin zu melden. Sie tragen ihre besten Kleider, wollen guten Eindruck machen, wissen noch nicht, was ihnen angetan werden wird. Wieder andere konnten Fotoalben ihrer Familien in die Todeslager mitnehmen.

Manfred Bockelmann ging es in dieser Arbeit – die nach seiner eigenen Aussage für ihn „niemals enden wird“ – nicht um Kunst, sondern um Ähnlichkeit mit dem lebendigen Menschen, um Wiedererkennbarkeit für Angehörige, Zeitzeugen und Nachgeborene. Der zittrig nervöse Kohlestrich lässt für Augenblicke eine lebendige Kommunikation spürbar werden, die die kalte Linie der erkennungsdienstlichen Fotografie eher verweigert.

Ausstellungsansicht Manfred Bockelmann
Ausstellungsansicht Manfred Bockelmann