ZORKA L-WEISS
Metamorphos/ze

 

„Lust wird rege zum Sang, wie sich Formen in andere Körper wandelten…“

(Ovid, Metamorphosen)

 

Die Kärntner Künstlerin Zorka L-Weiss stellt in der Alpen-Adria-Galerie Werke aus den letzten 15 Jahren unter dem Titel „Metamorphose” aus.

 

Mit dem Prozess der Metamorphose bzw. (Ver)wandlung befasst sich die Künstlerin schon länger. Sie verfolgt die Veränderungen (in) der Natur und wandelt eigene sinnliche Wahrnehmungen der Naturformen in neue, abstrakte Kompositionen nach dem Vorbild der konstruktivistischen Kunst. Diese bekommen dann ein eigenständiges Leben.

 

Die Kunstwerke unterscheiden sich thematisch und teilweise formal untereinander. Sie beruhen aber auf einem klaren, rationalen, fast mathematisch genauen Konstruktionsprinzip. Dieses erlaubt eine Realisierung des Motivs nur durch eine ausgewählte Reduktion der Bildelemente. Die entstandenen Werke sind strenge Kombinationen von Farben und von elementaren geometrischen Formen, die freihändig oder mit Hilfe des Lineals geschaffen werden. Der Schwerpunkt liegt auf der Interaktion von Form und Farbe (als eigenständige Elemente und in ihrer Abhängigkeit voneinander), die nach vorhergehender Analyse dem Thema des Werkes angepasst ist. Die genauen geometrischen Formen stellen die rationale, die freihändige Schraffur die emotionale, und die Farbe die sinnliche Komponente dar. Für besondere Farbklänge und Melodien sorgt die ausgewogene Farbharmonie der Kompositionen.

 

Durch die Farbfeldkombinationen werden zudem Rhythmus, Dynamik und deren sich ändernde Intensität suggeriert. Man erkennt Richtung und Geschwindigkeit einer Bewegung, das Entstehen und Vergehen. Das ist in den Serien “Weiße Bilder” und “Wald-Metamorphosen”, am stärksten aber in der Serie “Durch den Wald” erkennbar. Stärkere Dynamik und Schwingungen, die optische Wellenbewegungen evozieren, sind in den Serien “Geflecht” und “Farbnetz” sichtbar.

 

Die jüngste Serie “Moor”, befindet sich dazwischen, die Farbpalette ist reduziert, die Farbfelder sind nicht monochrom, größere Farbfelder und farblose Felder sind mit einem dichten Netz von Linien kombiniert. Im Hintergrund erkennt man breite nicht-geometrische Pinselspuren, die auf die Verwandlug der Skizze in die geometrische Komposition verweisen. Diese Spuren geben dem Werk einen weicheren, lyrischen Charakter.

 

Alle Farb- und Formgegenüberstellungen thematisieren die Veränderungsprozesse durch die Jahreszeiten und zeugen vom sensiblen Blick der Künstlerin in die Natur.

 

Mojca Grušovnik-Tratnig
 

Abb.: Zorka L-Weiss, Metamorfoza B, 2012, Aquarell

 

Ausstellungsbeginn: 4. März 2020