ANDY WARHOL


Gesehen werden ist alles!
25.Mai bis 9. September 2012


Andy Warhol, Mitbegründer und charismatischster Vertreter der Stilrichtung POP ART, ist legendäre Symbolfigur der Amerikanischen Kultur der 60er und 70er Jahre. Die Stadtgalerie präsentierte rund 90 Arbeiten auf Papier aus verschiedensten Europäischen Privatsammlungen, darunter Beispiele seiner berühmtesten Bildserien wie „Marilyn“, „Campbell´s Soup“, „Cow“ und „Flowers“. Ergänzt wurde die Schau durch dreißig außergewöhnliche Fotografien des New Yorker Fotografen Fred W. McDarrah, aufgenommen in der ersten Silver Factory* von Andy Warhol in der East Street 47, sowie am späteren Sitz der Factory am Union Square zwischen 1963 und 1969. Diese Fotos geben eine facettenreiche Atmosphäre vor dem Hintergrund einer unterhaltsamen, kreativen, bizarren Gesellschaft wieder, von fremdartiger und kecker Schönheit.

 

Der Name Andy Warhol steht für eine der komplexesten Künstlerpersönlichkeiten der Nachkriegs-Zeit. Er war in gleicher Weise Maler, Werbegraphiker, Illustrator, Bildhauer, Filmproduzent, Videokünstler, Werberegisseur, Fernsehproduzent, Fernseh- und Filmschauspieler, Model, Romanautor, Philosoph, Theater-Autor, Chefredakteur und Herausgeber, Conférencier, Grafiker, Künstleragent, Fotograf, Musikproduzent und Manager von Popstars.

 

Andy Warhol wurde 1928 als Andrew Warhola in Pittsburgh, Pennsylvania geboren. 1945 trat er in das Carnegie Institute of Technology ein, wo er seine Ausbildung in Grafikdesign abschloss. Er übersiedelte nach New York, wo er eine ständige Anstellung als Gebrauchsgrafiker fand und arbeitete als Illustrator für verschiedene Magazine, für die Werbung und für Schaufenstergestaltung in Kaufhäusern.

 

Warhol erfreute sich die gesamten 50er Jahre hindurch einer erfolgreichen Karriere als Gebrauchsgrafiker und gewann dabei einige Auszeichnungen. Während dieser frühen Jahre verkürzte er seinen Namen auf „Warhol“.



Ausgehend von der Produktion von Werbeentwürfen entwickelte Warhol unterschiedliche Techniken der Druckgrafik. Dabei war er immer auf der Suche nach einer gewissen Unklarheit zwischen Gedrucktem und tatsächlich Gezeichnetem und Gemaltem, zwischen Zufall und geplanten Effekten, zwischen Eigenhändigkeit und der Arbeit von Mitarbeitern.

 

Die 60er Jahre waren für Warhol eine außerordentlich fruchtbare Periode. Unter Verwendung von Bildmotiven des Alltags, schuf Warhol zahlreiche Bilder, die zu Ikonen der Kunst des 20. Jahrhunderts wurden (Campell´s Suppendose, Cola-Flasche). Neben den Gemälden beschäftigte sich Warhol mit einer Reihe von 16mm Filmen, die zu Klassikern alternativer Kultur wurden.

 

Mit Beginn der 70er Jahre begann Warhol mit der Herausgabe des Interview Magazine und widmete sich wieder verstärkt der Malerei. Allgemein als bedeutender Künstler des 20. Jahrhunderts anerkannt und weltweit prominent, stellte Warhol seine Arbeiten in zahlreichen Museen und Galerien weltweit aus.

 

Warhol engagierte sich überdies in eine Reihe von gemeinsamen Projekten mit jüngeren Künstlern, wie Jean-Michel Basquiat und Keith Haring. Im Zuge eines routinemäßigen Eingriffs an der Gallenblase starb Andy Warhol am 22. Februar 1987.

 

* The Factory (dt. „Die Fabrik”), auch zeitweise Silver Factory genannt, waren verschiedene Studios von Andy Warhol in New York City. Warhol zielte mit der Wortwahl für seine Ateliers anfangs sowohl auf die alten Fabrikgebäude ab, in welchen sich die ersten beiden „Factories” befanden, als auch auf die Art und Weise, wie er seine Kunst „produzierte”.