rucke-di-gu MARLIES LIEKFELD-RAPETTI

28. August bis 29. September 2013
Montag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr, Samstag von 10 bis 22 Uhr

rucke-di-gu, eine dem Aschenputtel-Märchen entlehnte Beschwörungsformel, die Assoziationen zu Blut („Blut ist im Schuh“), Asche, Schuld und Unschuld herstellt.


Rapetti Unschuldskleid Papier mit Plisseefaltung 2010


In der Ausstellung beginnt das Märchen auf hölzernen Schuhsohlen handschriftlich aufgezeichnet zu sein, fortgesetzt auf überdimensional langen Papierkleidern,
zum Teil mit Asche und blutroter Farbe befleckt.

Rapetti Detail Aschenputtel Kleid Papier Asche Farbe 2013

Das Märchen dient als Anlass für eine künstlerische Umsetzung, in der die moralische Entscheidung zwischen Gut und Böse eindeutig und bildhaft zu Tage tritt. Das Gute wird belohnt (der Königssohn nimmt Aschenputtel zur Frau) und das Böse wird bestraft (Bosheit und Falschheit der Stiefschwestern werden mit Blindheit gestraft).

Rapetti Aschenkleidchen 2013 Papier Asche farbe


Im Märchen ist der verlorene Schuh der Schlüssel zu der Person Aschenputtel.
Er dient als Identifikationsträger.

Rapetti Blutschuhe 2013 Schuh Papierschichtung Blut

Die am Meeresstrand aufgelesenen Schuhe dienen als Objekte emotionaler Projektionen:

wem fehlt der Schuh?
wer trug den Schuh?
wem passt der Schuh?
wen drückt der Schuh?
kaputter Schuh!

rucke-di-gu


Marlies Liekfeld-Rapetti, 2013

Begleitend zur Ausstellung wird ein Video der Tanzperformance des Eröffnungsabends gezeigt - eine Einstudierung des Tanztheaters OMEGA kai ALPHA – Bernadette Prix-Penasso. Im Umgang mit den Ausstellungsobjekten
stellt die Performance eine körperliche Beziehung zum Märchen her.
Tänzerische Bewegungsabläufe geben dem Tanz im Märchen eine weitere Bedeutungsebene. Video von Gerdi Obersteiner unter: http://www.youtube.com/watch?v=tZY3d_sqzXc