MALTE WANDEL - Schmalgasse

27. September bis 12. November 2017


Seit 2012 wird vom Land Kärnten in Kooperation mit der Abteilung Kultur Klagenfurt jährlich ein Stipendium für
künstlerische Fotografie und elektronische Medien ausgeschrieben. Von Mai bis September arbeitet der/die
StipendiatIn im Maleratelier der Stadt Klagenfurt mit einer begleitenden Ausstellung im Living Studio der Stadtgalerie Klagenfurt. Heuer ging das Stipendium an den deutschen Fotokünstler Malte Wandel (*1982 in Heidelberg).

Die Schmalgasse in Klagenfurt, Malte Wandel / 2017

Die Ausstellung „Schmalgasse“ ist zweigeteilt: zum einen präsentiert Malte Wandel die Ergebnisse seines aktuellen Projekts über das Leben der nigerianischen Gemeinde Klagenfurts, das während der Residency entstanden ist. Im Mittelpunkt steht hier der junge Nigerianer Henry Chukwuma Onyeocha, dessen Eltern 2013 bei einem Anschlag der islamistisch terroristischen Gruppierung Boko Haram ermordet wurden.- Seit über 3 Jahren lebt Henry im Klagenfurter Flüchtlingsheim, Schmalgasse 3.


Nelson besucht nach 27 Jahren erstmals wieder sein ehemaliges Wohnheim in Oschatz / Sachsen.
Filmstill, Malte Wandel / 2017

Zum anderen gibt Malte Wandel Einblick in sein Langzeitprojekt Einheit, Arbeit, Wachsamkeit: 1979 wurden in einem Abkommen zwischen der ehemaligen DDR und Mosambik 16.000 mosambikanischen VertragsarbeiterInnen eine Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung in der DDR ermöglicht, die sie Jahre später mit der Wiedervereinigung Deutschlands quasi über Nacht wieder verloren. Einer davon ist Nelson Ernesto Simone Munhequete. 1967 in Mosambik geboren, lebte er drei Jahre – bis zur Wende 1990 – als Vertragsarbeiter in Oschatz/Sachsen. Heute ist ein Armenviertel am Stadtrand von Maputo, der Hauptstadt von Mosambik, seine Heimat.

Im Zuge der Ausstellungseröffnung kommt Nelson zum ersten Mal seit 1990 wieder zurück nach Deutschland und besucht Oschatz.